Öffentliche Anhörung zum Thema Rechtsextremismus im Fußball

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Mit sozialpädagogischer Fanprojektarbeit kann ein Gegenpol zu rechtsextremistischen Tendenzen im Fußball gesetzt werden. Diese Auffassung vertraten Vertreter von Faninitiativen ebenso wie Vertreter des Deutschen Fußballbundes (DFB) während der öffentlichen Anhörung des Sportausschusses am Mittwoch.

Rechtsextremismus „ein Problem der gesamten Gesellschaft“

Aus Sicht des Dresdner Fanbeauftragten Marek Lange ist Rechtsextremismus kein Problem des Fußballs, „sondern ein Problem der gesamten Gesellschaft“. Gleichwohl nutzten Rechtsextremisten die Bühne des Fußballs. Der Verein Dynamo Dresden setze dem unter anderem den mit 5.000 Euro dotierten Preis gegen Diskriminierung und für Vielfalt und Toleranz entgegen, der seit mehr als sieben Jahren ausgeschrieben werde. Seit neun Jahren nehme der Verein an den „Fare“ Aktionswochen teil und laufe am Aktionsspieltag statt mit dem Werbeaufdruck des Trikotsponsors mit dem Slogan „Love Dynamo – Hate Racism“ auf.

Thilo Danielsmeyer vom Fan-Projekt Dortmund sagte, rechte Gruppierungen versuchten nach wie vor, im Stadion oder im weiteren Fußballkontext insbesondere Jugendliche zu rekrutieren und zu instrumentalisieren. Danielsmeyer erinnerte daran, dass Dortmund mit der rechtsextremen Fangruppe Borussenfront in den 1980er-Jahren für ein sehr dunkles Kapital steht. „Sieg Heil“-Rufe gebe es inzwischen bei Spielen von Borussia Dortmund auf der Südtribüne nicht mehr, stellte der Fanbeauftragte klar. Dennoch habe sich der „Mythos“ bis heute gehalten. Es gelte nun, die positiven Kräfte zu stärken, um den Rechtsextremen den Raum zu nehmen.

Bundesweit erfasste „Gewalttäter Sport“

Torsten Juds, Leiter der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze bei der Polizei Nordrhein-Westfalen, verwies darauf, dass 240 Personen (etwa 2,5 Prozent) der bundesweit erfassten „Gewalttäter Sport“ dem rechtsorientierten und 130 Personen (etwa 1,4 Prozent) dem linksorientierten Spektrum zuzurechnen seien. Seiner Aussage nach werden in deutschen Fußballstadien „strafbewehrte, rechtsmotivierte Tathandlungen nur in geringer Anzahl zur Anzeige gebracht“. Aus Sicht der von der Polizei erhobenen Daten sei nicht abzuleiten, „dass rechtsextremistische Tendenzen bundesweit ein großes Problem in Fußballstadien darstellen“.

Nach Ansicht von Stephan Lorenz vom Bundesamt für Verfassungsschutz wurde die offene Präsenz von Rechtsextremisten in den Stadien „sowohl durch Maßnahmen der Sicherheitsbehörden als auch durch Maßnahmen der Vereine angegangenen und grundsätzlich effektiv zurückgedrängt“. Gleichwohl weise eine nicht unerhebliche Zahl von Fußballfans aus der Hooligan- und Ultraszene Bezüge zum Rechtsextremismus auf, sagte Lorenz.

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