Raumnot am größten Göttinger Gymnasium: Das Vertrauen in die Demokratie steht auf dem Spiel!

demo otto hahn gymnasiumFoto: Privat

Das Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium hat schon sehr lange mit Raumnot zu kämpfen. 2017 reichte es vor allem der Schülerschaft. Mit massiven Protesten setzte diese sich für eine Erweiterung des Otto-Hahn-Gymnasiums am Standort in der Carl-Zeiss-Straße ein. Die Demonstrationen hatten Erfolg.

Der Schulentwicklungsplan sah einen vierstöckigen Erweiterungsbau mit einer Mensa und über 20 Fachräumen vor. 2019 wurde dieser Plan nochmalig vom Rat der Stadt Göttingen bestätigt. Im Januar 2020 befürwortete die Göttinger Stadtverwaltung aufgrund gestiegener Baukosten, den Anbau nur dreistöckig auszuführen und Teile der Schülerschaft im der nahegelegenen BBS II unterzubringen.

Der Rat der Stadt Göttingen muss an seinem Ratsbeschluss festhalten, dass der Anbau für das Otto-Hahn-Gymnasium vierstöckig erfolgt. Jede andere Entscheidung lässt bei allen Beteiligten, gerade auch bei den Schülerinnen und Schülern, große Zweifel an demokratischen Prozessen aufkommen. Das Vertrauen in die Demokratie steht hier auf dem Spiel.

Es ist vor allem den Schülerinnen und Schülern zu verdanken, dass im Rat der Stadt Göttingen der Beschluss für einen vierstöckigen Anbau getroffen wurde. In zahlreichen Aktionen haben sie sich für ihre Schule eingesetzt. Es trägt massiv zur Politikverdrossenheit bei, wenn nun die Mehrheit im Stadtrat ihre eigenen Beschlüsse einfach über den Haufen werfen will. An was und an wen sollen denn die Schüler glauben und noch Vertrauen haben? Sieht so Demokratie aus?

Göttingen führt Jugendparlament ein

Göttingen führt gerade ein Jugendparlament ein. Ein Zeichen, dass in Göttingen die Sorgen, Nöte und Interessen der Kinder und Jugendlichen ernst genommen werden. Ich bin gespannt, wer noch Lust hat, sich zu engagieren, wenn mit den Beschlüssen dieses Gremiums genauso umgegangen wird.

Als besonderes Geschmäckle kommt beim Kurswechsel der rot-grünen Ratsmehrheit hinzu, dass die nun geplanten Aufwendungen für den Ausbau und die Sanierung der Geschwister-Scholl-Gesamtschule erhöht werden sollen. Schulleiter hier ist der Fraktionsvorsitzende der SPD. Das eröffnet den Raum für Spekulationen. So schafft man kein Vertrauen. Die Verwaltung darf auch die Schulen nicht weiter gegeneinander ausspielen. Dieses Spiel muss schnellstens beendet werden.

Gerne hätte ich am Dienstag an der Demo teilgenommen, um meine Solidarität mit den demonstrierenden Schulen zu zeigen. Leider war ich jedoch aufgrund der Sitzungswoche in Berlin.

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